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Haustypen

Die verschiedenen Hausbau- Varianten und ihre Vor- und Nachteile
Die Anzahl von verschiedenen Bauformen eines Hauses ist enorm. Steht ein Hausbau bevor, sollte gut überlegt werden, welche Art von Haus erbaut werden soll. Nicht nur der persönliche Geschmack spielt da eine erhebliche Rolle, sondern auch der Kostenfaktor und die verlangten und benötigten Vorteile, die in jeder Hausvariante liegen. Die Entscheidung, welche Aspekte für das spätere Haus am wichtigsten sind, liegt in jedem Fall bei dem Bauherren und späteren Besitzer. Für Informationen und Vor- bzw. Nachteile soll folgender Text Aufschluss geben. Ebenfalls wird erläutert, welche Bauarten verfügbar sind und welche Materialien verwendet werden.

Die 1. allgemeine Bauart eines Hauses wird als Energiesparhaus bezeichnet. Umgangssprachlich ist ein Energiehaus ein Gebäude, welches einen niedrigeren Energieverbrauch als Neubauten aufweist. Bei dem Energiesparhaus gibt es einige Unterarten, die in folgenden Absätzen erläutert werden:

Das Niedrigenergiehaus
Niedrigenergiehäuser sind Neubauten oder sanierte Altbauten, welche mit einer wärmetechnischen Anforderung des Niveaus der Energieeinsparverordnung entsprechen müssen. Pro Jahr darf der Energiebedarf pro m² der beheizten Wohnung und pro Jahr etwa 5- 7 Liter Kubikmeter an Erdgas betragen.

Das Passivhaus
Die Weiterentwicklung des Energiesparhauses ist das Passivhaus. Dieses Haus bietet das gesamte Jahr lang eine angenehme Temperatur in allen Räumen. Dadurch ist es unnötig, Heizungen zu nutzen. Die Temperatur im Innenraum des Hauses wird durch die luftdichte Gebäudehülle und einer Vermeidung der Wärmebrücken erreicht. Dadurch ist es extrem wärmegedämmt.

Das Nullenergiehaus
Diese Bauart ist ein Gebäude, welches normalerweise keinerlei externe Energie beziehen muss, d.h. kein Gas, Öl oder Elektrizität. Es bietet trotz des Verzichtes ein sehr angenehmes Raumklima in dem Inneren des Hauses. Der Bau des Hauses erzielt, dass solare Wärmeenergie gewonnen werden kann. Durch den Einsatz von einer Fotovoltaikanlage kann Strom erzeugt werden und sogenannte Solarkollektoren erhitzen das Wasser.

Das Plusenergiehaus
Rein rechnerisch wird von dieser Hausbauart mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. Um diesen Zustand zu erreichen, wird dieses Gebäude mit Photovoltaikzellen für die solare Stromerzeugung ausgestattet. Solarkollektoren, Erdwärmetauscher und Wärmetauscher sind weitere benötigte Anlagen für diesen Gebäudestil.

Das 3- Liter- Haus
Dieses Haus bezeichnet einen Energiestandard für die Heizwärme, die für ein Wohnhaus benötigt wird. Für die Heizung dieser Bauart werden pro Jahr nie mehr als 30 KWh/m² an Heizwärme benötigt. Da dies einem Wert von 3 Litern Öl entspricht, heißt es 3- Liter- Haus. Angelehnt ist der Begriff des Hauses ebenfalls an das 3- Liter- Auto.

Das KfW- Energiesparhaus 40
Bei dem KfW- Energiesparhaus 40 wird pro Jahr eine Energie von bis zu 40 kWh/m² verbraucht. Dies wird durch eine Luftdichtkeit des KfW- Energiesparhaus 40 und einer energieeffizienten Heizung erreicht. Ebenso ist dieses Haus aus Ziegelwänden und besitzt somit hochwärmegedämmte Wände.

Das KfW- Energiesparhaus 60
Pro Jahr wird ein Energiewert von bis zu 60 kWh/m² verbraucht. Diese Gebäudeart ist ausgestattet mit hochwärmedämmenden Ziegelsteinen, einem gedämmten Dach und einer hoch gedämmten obersten Geschossdecke.
In der Schweiz gibt es für Niedrigenergiehäuser einen sogenannten Energiestandard. Dieser Standard ist für 12 Gebäudekategorien unterschiedlich definiert. Ebenso unterschiedlich sind die Anforderungen, die für die Sanierung von Neubauten und Altbauten vorgesehen sind.

Die 2. Kategorie der Hausbauarten sind Fertighäuser. Dies sind Häuser, welche industriell vorgefertigt sind. Diese werden in einzelnen Teilen an die betroffene Baustelle geliefert und an diesem Platz endmontiert. Diese Bauweise eines Hauses erfordert einen sehr hohen Planungsaufwand, welcher meist durch eine Standardisierung aufgefangen wird.
Es gibt viele verschiedene Varianten eines Fertighauses.

Das Ausbauhaus
Das Ausbauhaus besteht maximal aus einer Hülle, welcher von dem Bauherren in eigener Verantwortung ausgebaut wird.

Das schlüsselfertige Haus
Im Gegensatz zu dem Ausbauhaus wird bei dem schlüsselfertigen Haus, wie es der Name andeutet, der gesamte Ausbau von dem Anbieter durchgeführt. Entweder wird das Haus in dieser Variante von dem Anbieter gleich vor Ort fertig gestellt oder es wird im weitesten Sinne vorgefertigt geliefert. In wie weit das Haus vorgefertigt sein kann, hängt von den individuellen Vermögensverhältnissen und Wünschen des Bauherren ab.

Das Bausatzhaus
Bei dem sogenannten Selbstbauhaus oder auch Bausatzhaus wird der Rohbau und der Innenausbau allein von dem Bauherren übernommen. So werden die Baumaterialien stets so ausgesucht, der damit ein Haus errichtet werden kann, ohne über Vorkenntnisse verfügen zu müssen.

Der Vorteil der Bauweise des Fertighauses ist der schnelle Bauverlauf. Außerdem wird ein sehr hoher Wert auf die Präzision bei der Herstellung gelegt. Die geringe Feuchtigkeit, die durch den schnellen Aufbau des Hauses entsteht, ist ein weiterer Vorteil. Der wesentliche Kostenfaktor, der bei dem Hausbau in Deutschland sehr wesentlich ist, wird durch gesparte Lohnkosten umgangen. Ein Nachteil ist die schnelle Gewissheit über den Hausbau des Bauherren. Er muss sich schnell darüber im Klaren sein, wo z.b. die Steckdosen liegen sollen. Viele haben Schwierigkeiten dabei, dies auf einem Plan vorzuzeichnen, ohne es in der Realität gesehen zu haben.

Die 3. Variante des Hausbaus ist ein Massivhaus. Ein Haus gilt als massiv, wenn die lasttragenden, stützenden Wände aus Stein oder auch mineralischen Stoffen angefertigt wurden. So werden in Deutschland am häufigsten Gesteine wie Gas- oder Porenbetonstein, Polystyrolstein, Kalksandstein oder Ziegelstein genutzt.

Das Massivhaus aus Polystyrolstein
Der Polystyrolstein besteht aus 2 Polystyrolplatten, die miteinander verbunden sind. Auf der Baustelle steckt man diese zusammen. Somit ergeben sie eine Schalung für den Beton. Dieser Stein wird genutzt, um dünne Wände mit einer hohen Isolation zu erbauen.

Das Massivhaus aus Kalksandstein
Kalksandsteine bestehen aus Sand und Kalk. Diese Stein sind sehr schwer und deshalb sehr schalldämpfend. Es gibt 2 verschiedene Arten von Kalksandsteine. Die wetterfesten Kalksandsteine werden für die Vormauer genutzt, da sie unterschiedliche Oberflächenstrukturen aufweisen. Ebenso sind sie als Hintermauersteine erhältlich, welche für das verputzte Mauerwerk genutzt werden.

Das Massivhaus aus Backstein
Der Backstein oder Ziegelstein ist ein künstlicher Stein und erlaubt es, ihn in eine typische einheitliche Größe für den gewünschten Einsatzzweck zu formen. Man benutzt diesen Stein meist für Sachlagen an den Ecken und den Fensterlaibungen.

Das Massivhaus aus Stahlbeton
Stahlbeton wird eingesetzt, wenn in einem bestimmten Bauteil des Hauses Zugspannungen auftreten. Ein Haus aus Stahlbeton ist sehr widerstandsfähig und weist einen großen Feuerwiderstand auf.

Das Massivhaus aus Blähbeton
Blähbeton wird meist als Zuschlag für Mörtel oder Beton verwendet. Blähbeton besitzt ein geringes Gewicht und ist dennoch sehr wärmedämmend.

Das Massivhaus aus Bimsstein
Bimsstein ist ein Vulkangestein, welches eine kleineres spezifisches Gewicht besitzt als Wasser. Aus Bimsstein wird Leichtbetonstein hergestellt. Dieser besitzt eine gute Wärmedämmung und verbessert das Porengefüge und somit auch die Durchlüftung.

Das Massivhaus aus Porenbetonstein
Mauersteine und Fertigbauteile werden aus Porenbeton angefertigt. Da dieses Material eine hohe Dichte besitzt, gilt es als sehr wärmedämmend. Jedoch ist die Schalldämmung gering. Der Porenbeton ist leicht und vielseitig bearbeitbar und wird deshalb gern für einen individuellen Innenausbau genutzt.

Im Gegensatz zu Häusern aus Holz oder einer Fertigbauweise besitzt das Massivhaus eine höhere Stabilität und Lebensdauer. Es ist nicht annähernd so angreifbar wie beispielsweise Holz. Da die Stoffe für diese Hausvariante jedoch sehr gute Wärmeleiter sind, müssen die Außenwände gedämmt werden. Meist wird dies mit Styropor erreicht. In einigen Ausnahmefällen verwendet man jedoch auch mineralische Wollen.

Der Skelettbau ist die 4. Variante des Hausbaus. Das Skelett bezeichnet das Tragwerk eines Bauwerks. Durch die Zusammensetzung der einzelnen Elemente des Rohbaus entsteht eine Tragstruktur. Der Gegensatz zu dem Mauerwerksbau besteht darin, dass der Skelettbau keine Funktion der Raumabschließung übernimmt. Meist wird der Skelettbau aus Stahl, Holz oder Stahlbeton angefertigt, da diese Materialien eine große Weite der Stütze überbrücken können. Ein Haus, welches aus dem Skelettbau erbaut wird, ist das Fachwerkhaus. Die Wände des Hauses werden durch das schon genannte Gerüst aus Holz erbaut. Die Zwischenräume werden durch ein Holzgeflecht mit einem Lehmbewurf ausgefüllt. Bei einer weiteren Variante, dem Umgebindehaus, wird um eine alte Blockstube ein größeres Haus gebaut. Gewächshäuser, auch Glashäuser genannt, werden unter diesem Prinzip erbaut. Dabei wird ein Skelettbau aus Mauerwerk oder Metallrahmen erbaut. Dieses wird durch Glasplatten abgedeckt, damit genügend Sonne in das Gebäude scheinen kann. Auch Plattenbauten werden heutzutage aus einem Stahlbetonskelett erbaut. Der Skelettbau gilt als sehr sicherer Bau, da dass Gebäude sehr gut von dem Gerüst gestützt wird und dadurch eine höhere Lebensdauer aufweist.

Das 5. Haus, das vorgestellt wird, ist das Öko- Haus. Ein Öko- Haus funktioniert ausschließlich aus der Energie der Sonne, der Kraft der Erde und des Wassers. Da kein Strom oder sonstige Energieträger genutzt werden, gilt es als ein gesamtheitliches Konzept von dem Superniedrigenergiehaus bis hin zu der Regenwasser- und Solarnutzung. In einem Öko- Haus werden Energiesparlampen genutzt und solar- und regenwasserversorgte Waschmaschinen verwendet. Damit in dem Haus keine hohe Kälte entsteht, ist es wärmegedämmt mit hochverdichteter Steinwolle. Des weiteren besitzt das Öko- Haus eine Solaranlage, die u.a. für Licht sorgt. Der Vorteil des Öko- Hauses besteht darin, dass dieses sehr energiesparend und umweltfreundlich ist.

Das 6. und letzte Haus ist das Holzhaus. Die Wände dieser Bauart bestehen aus Balken oder Baumstämmen, welche übereinanderliegen. Es muss jedoch bei dem Bau eines solchen Hauses darauf geachtet werden, dass die Stämme getrocknet sind. Ansonsten bekommt das Holz später eventuell Risse und das Holzhaus ist nicht mehr vor Wind geschützt. Zwischen den Stämmen befindet sich Moos oder andere Dämmstoff, um für entsprechende Wärme zu sorgen. Der Vorteil von Holzhäusern liegt darin, dass sie umweltfreundlich und energiesparend erbaut sind, gelten als langlebig und haben eine kurze Bauzeit. Die Nachteile sind sehr gering. Außer dass man auf den Schallschutz, die Isolierung und die Pflege des Holzes achten sollte, existieren keine weiteren Nachteile.

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